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Geschichte der PVG

Im Jahre 1952 wurde aufgrund einer Gebietsreform der Kreis Neuhaus am Rennweg gegründet. Die Stadt Neuhaus wurde in den Status einer Kreisstadt erhoben und in Folge dessen wurden dort auch alle staatlichen Institutionen als kulturellen Einrichtungen angesiedelt. Auch Industriebetriebe und andere Arbeitsstätten wie beispielsweise Baubetriebe gründeten Ihren Betriebssitz  in der neuen Kreisstadt. Um die zunehmende Anzahl von Arbeitskräften zu ihren Arbeitsplätzen und zurück nach Hause zu befördern, aber auch um den Menschen aus dem Umland den Besuch von kulturellen Veranstaltungen zu ermöglichen, war es unumgänglich, eine entsprechende Verkehrsinfrastruktur aufzubauen. Darauf aufbauend, wurde im Jahr 1953 der VEB Kraftverkehr Neuhaus gegründet. Über dreieinhalb Jahrzehnte wurden durch die Mitarbeiter des Bereiches Personenverkehr alle Beförderungsleistungen wie Linienverkehr, Arbeiterberufs- und Schülerverkehr aber auch Mietwagenverkehr durchgeführt. Neben der KOM-Abteilung waren der Bereich Personentaxi, Fahrschule, LKW-Bereich-  unterteilt nach Fernverkehrs-  und Kipperbereich-, Gütertaxi und der grenzüberschreitende Verkehr (GÜV) in dem Betrieb integriert.
Größter Bereich innerhalb des VEB Kraftverkehr war die KOM-Abteilung mit ca 84 Fahrpersonalen und 54 Fahrzeugen. Allein für den größten Betrieb im Kreis, dem VEB Mikroelektronik „Anna Seghers“ mussten täglich ca 3500 Beschäftigte zu ihrer Arbeitstelle und zurück in die Heimatorte befördert werden. Diese An-und Heimfahrten erfolgten für die Normalschicht, das Zwei-Schichtsystem als auch für das Dreischichtsystems. Allein für die Normalschicht wurden jeweils 18 Busse und zwei Gelenkzüge benötigt, um die Beschäftigten des Mikroelektronikbetriebes, aber auch Mitarbeiter von anderen ansässigen Betrieben zu befördern.
Nach der Wiedervereinigung begannen auch für den Kraftverkehr Neuhaus schwierige Zeiten. Die Aufträge für den LKW – Bereich brachen teilweise weg, Aufträge für den GÜV waren nicht mehr vorhanden, da die im Kreis ansässigen Betriebe teilweise schon die Produktion eingestellt hatten. Ebenso für Personentaxi als auch Gütertaxi bestand kein Bedarf mehr, private Fahrschulen übernahmen die Ausbildung von Fahrschülern.
Zu dieser Zeit war der Kraftverkehr Neuhaus noch Kombinatsbetrieb des VEB Verkehrskombinates Suhl, die Rechtsform noch VEB, also volkseigener Betrieb, bis zum Ende des Jahres 1990.
Innerhalb dieses Zeitraumes wurden die Bereiche Güterverkehr in die Rennsteigspedition umgewandelt, die Werkstatt mit Waschanlage und Tankstelle in die FA. Dieselhof am Rennsteig und die LWW Bustouristik würde gegründet. Der Inhaber der LWW war gleichzeitig der Geschäftsführer des Bereiches Personenverkehr Kraftverkehr.
Im Jahre 1991 wurde der Kraftverkehr in die Rechtsform mbH überführt.
Im Jahr 1992 wurde dann der Kraftverkehr in die Rechtsform einer GmbH überführt.
Während dieser Übergangsphase wurde ein massiver Personalabbau durchgeführt, ebenso erfolgte eine Reduzierung des Fahrzeugbestandes.
In dieser Zeit waren nur Fahrzeuge der Marke „Ikarus“ im Einsatz, die schrittweise ausgesondert bzw. verkauft wurden.
Im Jahr 1990 erfolgte die erste Zuführung eines Linienbusses der Marke „SETRA S 215 UL“, weitere Fahrzeuge dieser Marke wurden kontinuierlich in den Fahrzeugbestand aufgenommen.
Mit der zum 1. Januar 1995 geplanten Gebietsreform, in deren Ergebnis  die Aufteilung des Altkreises Neuhaus/Rwg vorgesehen war, ergaben sich auch für die PVG gravierende Veränderungen. Die Aufteilung des Unternehmens auf die Landkreise Saalfeld-Rudolstadt und Sonneberg war im Zuge dieser Reform beschlossen worden. Der Kreis Sonneberg erhielt einen Anteil von 1/3; der LK Saalfeld- Rudolstadt 2/3. Während der Anteil des LK Sonneberg vollständig in das dort ansässige Verkehrsunternehmen OVG integriert wurde, blieb die PVG Neuhaus GmbH ein selbständiges Unternehmen, war aber zugleich100%iges Tochterunternehmen der OVS Saale- Orla Rudolstadt GmbH.
Bereits im Jahr 1994 liefen die Vorbereitungen für die Übernahme der PVG durch die beiden Verkehrsunternehmen. Ablauf und Durchführung aller verwaltungstechnischen Vorgänge wurden durch die Beraterfirma Mühlfeld KG aus Mellrichstadt durchgeführt.
Im Juli 1994 wurde der bisherige Geschäftsführer, Herr Lipfert, von seiner Funktion entbunden. Mit dieser Aufgabe wurde vorerst Herr Hüttner von der Mühlfeld KG beauftragt, ab Ende August trat Herr Narr die Nachfolge von Herrn Hüttner als GF an.
In der Firmengeschichte der PVG muss auch der zweiwöchige Streik, welcher vom Februar 1995 bis Anfang März durchgeführt wurde, erwähnt werden.
Mit Beendigung der Streikaktion wurde Herr Narr von seiner Funktion als GF entbunden, als neuer Geschäftsführer wurde Herr Bergner in diese Funktion berufen. Herr Bergner ist bis dato als Geschäftsführer der PVG Neuhaus mbH tätig.
Auch nach der Gebietsreform blieb der Sitz der PVG Neuhaus am bisherigen
Standort in Neuhaus auf dem Busbahnhof.
Da aber Neuhaus/Rwg. zum Landkreis Sonneberg gehört, war es erforderlich für die PVG einen neuen Standort für einen Betriebshof im LK SLF/RU zu finden.
Die Suche nach einem entsprechenden Standort gestaltete sich relativ schwierig, insgesamt wurden 13 Standorte zum Bau eines Betriebshofes in Betracht gezogen.
Schließlich fiel die Entscheidung auf den Standort Mellenbach-Glasbach und in Kooperation mit der OBS wurde hier eine Mobilitätszentrale im Schwarzatal errichtet.
Im Jahr 1999 erfolgte der gemeinsame Spatenstich durch den GF der PVG, Herrn Bergner und dem Bürgermeister der Gemeinde Mellenbach, Herrn Perl.
Im Oktober 2001 konnten die Beschäftigten der PVG und die Verwaltung der OBS den neu errichteten Betriebshof der PVG in Besitz nehmen, die offizielle Einweihung fand am 10.5.2002 statt.
Für alle Mitarbeiter der PVG Neuhaus stellte der Umzug in den neuen Betriebshof eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der sozialen Bedingungen dar.
Erwähnenswerte Ereignisse in der Firmengeschichte der PVG sind:

-          1999  Zertifizierung von PVG und OVS

-          2000  Einführung von Erdgasfahrzeugen

-          2001  Zertifizierung nach ISO 14001 und EMAS II (Umweltmanagement)

-          2003 Auszeichnungen von Fahrpersonal für sicheres und unfallfreies Fahren

-          2003 Beitritt zur Marketingkooperation „bus thüringen“

-          2005 Zusammenschluss mit OVS und OVO zur Holdinggesellschaft „KomBus"

-          2006 zertifiziert nach OHSAS 18001 (Arbeitsschutzzertifizierung)


Die PVG ist gemeinsam mit anderen Verkehrsunternehmen der KomBus in einer Holdinggesellschaft zusammengeschlossen. Die beteiligten Firmen behalten ihre Eigenständigkeit, können aber durch Bündelung von Ressourcen und gemeinsamer Nutzung von Know How dem stärker werdenden Wettbewerb, auch auf dem Verkehrsmarkt, erfolgreicher entgegentreten.

 

 
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